Pohela Boishakh - Neujahrsfest

Die in Bangladesch leben noch im Mittelalter. Genauer gesagt im Jahre 1414. Das heutige Datum: Boishakh 2, 1414. Also der zweite Tag nach der Jahreswende (Mehr zum Kalender in Bangladesch hier) und genau deshalb wurde gestern im Land gefeiert. Silvester mitten im Frühjahr. Bei angenehmen Temperaturen fanden seit den frühen Morgenstunden zahlreiche Konzerte auf dem Universitätsgelände statt.
Meist wurden traditionelle Lieder gesungen, auf einigen Bühnen aber auch Bangla-Rock. Ich besuchte ein solches ‘Rock-Konzert’ zur Mittagszeit bei dem die Zuschauer sehr, sehr ausgelassen tanzten und poggten. Und das um die Uhrzeit - ohne Alkohol. Entziehen konnte man sich dieser Stimmung nicht!

Jeder putzte sich heraus: Die Frauen trugen ihre besten und schönsten Saris, die Männer Fatuwa. Die Straßen um die Veranstaltungsorte waren weiträumig abgesperrt. Nachdem die Festlichkeiten 2001 Ziel von fundamentalistisch motivierten Anschlägen wurden, war das Sicherheitsaufgebot in diesem Jahr wieder besonders hoch. Zwar wurden die damaligen Verantwortlichen vor kurzem hingerichtet, aber ihre Anhänger schwörten Rache. Jeder Besucher wurde gefilzt, mit Metalldetektoren gescannt und größere Taschen waren verboten. Letzteres ist der Grund dafür, weshalb es keine anständigen Fotos von gestern gibt.

Gefeiert wurde auch am Dhanmondi See. Dort veranstaltete ASK, jene NGO bei der Patrizia arbeitet, ihr “Kulturprogramm”. Patrizia sang mit ihren Mitarbeitern einige Lieder und trug dann ein bengalisches Gedicht vor. Stürmischer Applaus für den Bideschi - den Ausländer.

In diesem Sinne: Shuvo Nobobarsha! - Schönes Neujahr!

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